Wie finde ich kostenloses Internet in Neuseeland?

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Neuseeland hat so einiges zu bieten. Kostenloses Internet gehört allerdings nicht unbedingt dazu. Das liegt daran, dass die Kosten ziemlich hoch sind für diejenigen, die es zur Verfügung stellen, denn es wird nach Datenvolumen abgerechnet, nicht nach Zeit. Das soll sich zwar ändern (Glasfaserleitungen sind in der Planung), aber noch ist es gar nicht so einfach, an seine tägliche Dosis Internet zu kommen.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Möglichkeiten, um umsonst oder beinahe umsonst das Internet zu nutzen, wenn Ihr im Besitz eines Gerätes seid, das eine drahtlose Verbindung unterstützt. Nach nunmehr einem Jahr des Reisens in Neuseeland habe ich mich hingesetzt und meine gesammelten Tipps und Tricks für Euch in diesem Blog-Post zusammengestellt:

Umsonst, so wie die Luft zum Atmen

Internet, das tatsächlich umsonst ist, anstatt “umsonst, wenn Ihr dies und jenes kauft”, ist gar nicht so leicht zu finden, aber es ist nicht unmöglich. Zum Beispiel hier:

  • Öffentliche Bibliotheken. Die meisten öffentlichen Bibliotheken in Neuseeland stellen kostenloses Internet zur Verfügung – und zwar nicht nur in größeren Städten, sondern oft auch in kleinen, ländlich gelegenen Orten. Stellt Euch aber darauf ein, dass es für gewöhnlich eine Begrenzung von 100 MB gibt. Nützlich ist diesbezüglich folgender Link, unter dem alle Städte mit Bibliotheken aufgelistet sind und auch auf einer Karte angezeigt werden (auf Englisch): Aotearoa People’s Network.
  • Stadtzentren. Einige Städte, wie Wellington, Tauranga und Hamilton, bieten kostenloses drahtloses Internet in der Innenstadt an. Fragt einfach bei der jeweiligen Touristen-Information (in Neuseeland nennt diese sich “iSite”) nach!
  • Andere öffentliche Gebäude. Manche Kunstgalerien, Museen oder andere öffentliche Einrichtungen stellen drahtloses Internet zur Verfügung. Wer ein Smartphone besitzt, kann schnell herausfinden, ob dies der Fall ist – und dann online gehen.


Umsonst - die etwas dreiste Variante

Viele Läden in Neuseeland bieten drahtloses Internet an, um attraktiver für Kunden zu sein. Oft ist dieses Internet aber nicht nur im Laden selbst, sondern auch draußen um ihn herum vorhanden, was einem die Möglichkeit gibt, es zu nutzen, ohne etwas kaufen zu müssen.

  • McDonald’s Restaurants. Fast alle McDonald’s in Neuseeland stellen gratis Internet zur Verfügung und zwar 50 MB pro Besuch. Tatsächlich ist es möglich, hineinzuspazieren und sich einzuloggen, ohne etwas zu kaufen – wobei ich persönlich ja nie an den Cookies vorbeikomme… 
  • “Mobil” Tankstellen. Ich habe absolut keine Ahnung, warum, aber ein Großteil der “Mobil” Tankstellen hat Gratis-Internet – bis zu 400 MB pro Tag! Dies ist normalerweise abrufbar auf dem gesamten Tankstellengelände, also könnt Ihr einfach dort parken und es von Eurem Wagen aus benutzen, oder Euch mit Eurem Smartphone da hinstellen. Tanken ist optional.

 

Nicht wirklich umsonst, aber hey, Ihr wolltet doch sowieso einen Kaffee!

Websurfing und Kaffee sind keine schlechte Kombination, wie ich persönlich finde. Na gut, ich geb’ es zu, ich brauche meinen Kaffee, und wenn ich ihn sowieso kaufe, dann kann ich das genauso gut dort tun, wo man mir umsonst dazu Internet anbietet. Also sucht Euch ein Café, das diesen Service offeriert, und bestellt Euch was Schönes! Da die Netzwerke hier normalerweise verschlüsselt sind und Ihr einen Code braucht, um Euch einzuloggen, führt da auch kein Weg drum herum.

  • Coffeeshop-Ketten: Die meisten Coffeeshop-Ketten wie Starbucks oder Esquire geben Euch einen 50MB/30Min.-Gutschein, wenn Ihr einen Kaffee kauft. Besser als nichts, oder?
  • Unabhängige Cafés: Coffeeshop-Ketten sind schön und gut, aber in Neuseeland ist man oft besser beraten, wenn man in selbstständige Cafés geht, die nicht selten den Kaffee selber rösten und ein paar besondere Sorten zur Auswahl haben. Zudem bieten einige dieser Cafés unbegrenzten Internet-Zugang an – erkundigt Euch einfach nach dem Passwort für das Netzwerk. Das ist wesentlich vorteilhafter als die McDonalds-/Coffeeshop-Option; außerdem ist der Kaffee normalerweise RICHTIG gut! Also Augen offenhalten, und, da nicht jedes Café diesen Service mit einem Schild bewirbt, ruhig auch mal nachfragen.

 

Andere (kostenpflichtige) Optionen

Möglicherweise sind einige unter Euch jetzt zu dem Schluss gekommen, dass diese ganzen Wege doch zu aufwendig sind, und Ihr wollt einfach wissen, wie Ihr am Besten überall online gehen könnt, und wenn es dann eben etwas kostet. Keine Sorge, das geht natürlich auch.

Wenn Ihr mit einem Laptop reist, könnt Ihr Euch Data-Sticks kaufen, die die drei größten Netzwerkanbieter 2degrees, Telecom und Vodafone vertreiben. Solltet Ihr Euch hauptsächlich in den größeren Städten aufhalten, ist 2degrees am günstigsten, mit 1 GB für 20 NZD. Ansonsten belaufen sich die Tarife für landesweiten Internet-Zugang auf etwa 10 NZD für 100 MB.

Solltet Ihr ein entsperrtes Smartphone benutzen, kauft einfach eine SIM-Karte von einem dieser drei Anbieter und ladet es bei Bedarf mit Datenvolumen auf. Auf diese Weise habt Ihr so ziemlich überall Internet-Zugang.

Ich habe während meines einjährigen Neuseelandaufenthalts eine 2degrees-SIM-Karte für mein Android-Telefon verwendet, und bis auf wenige Ausnahmen überall Internet-Zugang gehabt. Da ich über mein Telefon auch für meinen Laptop Internet kriege, war ich so bestens versorgt. Seid Euch aber auch hier wiederum im Klaren darüber, dass es mehr kostet, wenn man viele Fotos oder Videos hoch lädt, wohingegen normales Surfen Euer Guthaben nicht so schnell schrumpfen lassen wird.

Fazit

Bitte bedenkt, dass es für neuseeländische Unternehmen nicht billig ist, gratis Internet zur Verfügung zu stellen, und dass es deswegen kaum unbegrenzten Zugang gibt. Je mehr Datenvolumen verbraucht wird, desto mehr muss das Unternehmen zahlen. Vielleicht versteht Ihr jetzt etwas besser,  warum Ihr nicht einfach ohne Limit ins Internet könnt und Euer Browsen pedantisch in Zeit/Megabytes berechnet wird. Also schätzt Euch glücklich, wenn Ihr eine Verbindung auftut, mit der Ihr unbegrenzten Zugang habt – und seid nett und übertreibt es nicht (z.B. durch endloses YouTube-Videos-Angucken), denn irgendjemand bezahlt dafür!

Und mit diesem abschließenden kleinen moralischen Apell sind wir auch am Ende dieses Blog-Posts – ich wünsche Euch viel Spaß auf Eurer Reise, und wenn Ihr zusätzliche Tipps oder weitere Fragen habt, schreibt einfach einen Kommentar!

Dieser Blog-Post wurde im englischen Original von Laurence auf Findingtheuniverse.com veröffentlicht und für Euch von Vera ins Deutsche übersetzt!

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