Ayutthaya – die Sehenswürdigkeiten

Liegender Buddha bei SonnenuntergangLest diesen Artikel auf Deutsch

Liebes Ayutthaya, was ist denn da passiert? Vor 300 Jahren warst Du einmal die größte Stadt der gesamten Welt. DER GESAMTEN WELT! Eine Million Menschen lebten in Dir. Andere Reiche wetteiferten um die Gunst, mit und in Dir Handel zu treiben, oder waren neiderfüllt ob Deiner Vormachtstellung. Du warst so etwas wie ein Superstar.

Wie kann es da sein, dass ich noch nie so wirklich von Dir gehört habe, nicht einmal während der Geschichtsstunden in meiner Schulzeit?

Möglicherweise liegt es daran, dass die Birmanen Dich im Jahre 1767 in Schutt und Asche legten, und so wirkungsvoll und nachdrücklich die Zeit beendeten, in der Du nicht nur die Hauptstadt des Königreiches Siam, sondern auch die wichtigste Handelsmetropole der Welt warst. Danach wurde es still um Dich. Bangkok, bis dahin nicht viel mehr als ein Hafen im Süden des Landes, erhielt den Hauptstadtstatus und florierte schnell unter diesem Titel. 

Was bleibt uns also heute von Deinem Ruhm? Die Tatsache, dass Deine Gebäude zum größten Teil aus Holz bestanden, war zugegebenermaßen nicht die geeignetste Methode, um die Jahrhunderte zu überstehen. Die Schiffe, die nun an Dir entlang fahren, sind eher beladen mit Reisenden und deren Kameras anstatt exotischen Gewürzen oder gar Mitgliedern der Königsfamilie. Und die ganzen Ruinen von den alten Tempeln und anderen ehemals wichtigen Gebäuden!  

Wat Ratchaburana Prang Ayutthaya Thailand Türbogen

Doch es sind gerade diese Ruinen, die zu den beeindruckendsten in Thailand zählen und Dich zu einer wertvollen Touristenattraktion machen, was Du Dir auch nicht nehmen lässt, nicht einmal von  den Erdbeben und Überschwemmungen, die Dir mit schöner Regelmäßigkeit zu Leibe rücken.

Diese Hartnäckigkeit wurde unlängst im Jahre 1991 mit dem Titel “Weltkulturerbe” von der UNESCO belohnt. Was also bietest Du Besuchern der Gegenwart, die sich eine Vorstellung von Deiner Hochzeit machen wollen, während sie an Deinen Ruinen vorbeiwandern? Genau darauf werde ich jetzt eingehen, und deswegen höre ich an dieser Stelle auch mal auf, Zwiegespräche mit Städten zu führen und wende mich direkt an Euch, liebe Leser!

Was man in Ayutthaya gesehen haben sollte

Die Touristeninformation

“Die Touristeninformation??” – ja, genau die. Sie ist zwar nicht Weltkulturerbe, aber eine unschlagbare erste Anlaufstelle in der Stadt, denn dort bekommt Ihr nicht nur ganz für lau eine Stadtkarte mit allen Highlights ausgehändigt, sondern findet im selben Gebäude auch eine exzellente Ausstellung zu Ayutthaya selbst. In dieser kommt jeder auf seine Kosten, denn es werden alle möglichen Themen und Bereiche abgedeckt: von der Geschichte der Stadt, über Land, Leute, Sehenswürdigkeiten und Kultur, bis hin zur Kochkunst. Ein Besuch, der einen einstimmt auf das zu Sehende, und einem eine gute Basis an Hintergrundwissen vermittelt. Eine etwas weniger feingeistige Motivation hierbei mögen zugegebenermaßen auch die erfrischend klimagekühlten Räumlichkeiten sein…

Wat Phra Mahathat

Wat Phra Mahathat ist hauptsächlich bekannt für seinen von den Wurzeln eines Banyan-Baums eingerahmten Buddha-Kopf – ein einzigartiger Anblick, aber längst nicht alles, was dieser Tempel zu bieten hat. Die zahlreiche Buddha-Statuen (nicht so zahlreich darunter sind diejenigen, die vollständig erhalten sind) und Chedis und Prangs  sind ebenfalls beeindruckend.

Wat Mahathat Buddhakopf Baum Ayutthaya Thailand 

Wat Phra Si Sanphet / Der Königstempel

Dies ist der größte Tempel von Ayutthaya und auch derjenige, den Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet. Die drei in einer Reihe stehenden großen Chedis finden sich wieder in dem  Emblem für Ayutthaya, das man überall in der Stadt sieht. In der Tat sind sie ziemlich gigantisch – und sehr fotogen! 

 Wat Phra Si Sanset Der Königspalast Ayutthaya Thailand

Wat Chaiwattaranaram

Dies ist einer der fotogensten Wats in Ayutthaya, mit einem zentralen Chedi, der von Pagoden umgeben ist. Man kann den Chedi auch ersteigen, um eine gute Aussicht auf die Stadt zu haben, oder von hier aus den Sonnenuntergang anzuschauen. Dies blieb uns allerdings verwehrt, denn aufgrund von Schäden, die die letzte Überschwemmung verursacht hatte, war die Tempelanlage nicht zugänglich für Besucher. So inspizierten wir das Ganze aus gebührender Entfernung, mit dem Bonus, dass wir keine Schwierigkeiten damit hatten, Bilder ohne umherwandernde Menschen zu schießen, sowie dass die Eintrittsgebühr entfiel – es hatte also alles auch wieder sein Gutes!

Wat Chai Wattanaram Ayutthaya Thailand 2 

Wat Buddhaisawan

Das Besondere an diesem Tempel am Ufer des Chao Phraya ist, dass er, im Gegensatz zu den zuvor erwähnten, immer noch bewohnt ist und in ihm praktiziert wird. Was in diesem Fall für den Reisenden heißt: der Eintritt ist frei.

Der wunderschöne liegende Buddha (siehe erstes Bild) ist hier zu Hause, sowie hunderte von weiteren Buddha Statuen in einem Klostergang mit einem riesigen Chedi in der Mitte. Weiter hinten auf dem Gelände finden sich auch noch Ruinen, die einem in Verbindung mit dem aktiven Teil des Tempels einen guten Eindruck davon vermitteln, wie die anderen Tempel vielleicht ausgesehen haben mögen, bevor die Birmanen kamen.

Wat Buddhaisawan Ayutthaya Thailand Prang

Roti Saimai

Diese Spezialität muss man weniger gesehen, als gegessen haben! Zwar ist sie auch anderorts in Thailand zu finden, aber hier kommt sie ursprünglich her, und es gibt einen ganzen, gut frequentierten Straßenabschnitt (auf der U-Thong Road, und zwar dort, wo sie auf die Si Sanphet Road trifft, gegenüber dem Phra Nakorn Si Ayutthaya Krankenhaus), wo diese kleinen Crêpes frisch hergestellt werden, zusammen mit einer buntgefärbten faserigen Zuckerwatte, die man in den Crêpe einrollt, um ihn dann zu essen. Irgendwie kurios – und sehr lecker!

Fortbewegung innerhalb Ayutthayas

Wir selbst haben Ayutthaya zu Fuß erkundet, was in Thailand eine geschmähte Fortbewegungsweise zu sein scheint – wir sind normalerweise die Einzigen, die per pedes umher tingeln.

Da die Entfernungen zwischen den einzelnen Tempeln nicht zu groß sind, kann man unserem Beispiel hier folgen. Wer aber etwas Zeitdruck hat und/oder das meiste an einem Tag sehen will, der ist gut damit beraten, sich ein Fahrrad zu leihen. Das ist schnell und einfach getan, und auf dem Stadtplan von der Touristeninformation ist auch eine Route vorgeschlagen.

Weitere Optionen sind Tuktuks und Songthaews (kleine Transporter mit überdachter Ladefläche, die Bänke montiert haben).

Letztere sind eine Art Ersatz oder Alternative für öffentliche Busse und haben normalerweise einen Festpreis sowie eine feste Route. Die Herausforderung liegt darin, herauszufinden, bei welcher Songthaew es sich um welche Route handelt. Die Tuktuks wiederum bringen einen direkt dorthin, wo man hin möchte – wobei man beachten sollte, den entsprechenden Preis hierfür VOR der Fahrt auszuhandeln.

Zu guter Letzt der Hinweis darauf, dass man auch den Fluss an allen möglichen und unmöglichen Stellen per Boot überqueren kann. Es handelt sich hierbei um lokale Fährdienste, was bedeutet, dass das Übersetzen sehr preiswert ist. Es bedeutet allerdings auch, dass es keine für den Touristen offensichtlichen Schilder gibt – am Besten, man fragt die Einheimischen.

Wat Mahathat Ruinen Tempel Ayutthaya Thailand 2 

Wie viel Zeit sollte ich mir für meinen Besuch in Ayutthaya nehmen?

Viele Leute besuchen Ayutthaya in Form eines Tagestrips von Bangkok aus; tagsüber werden die Tempel besucht, und der krönende Abschluss ist eine kleine Flusskreuzfahrt am Abend.

Das ist durchaus möglich, gerade wenn man die bereits erwähnten Fahrräder oder Tuktuks nutzt. Gleichzeitig ist es aber auch ziemlich anstrengend, vor allem, wenn man viel sehen will.

Daher ist mein Rat, mindestens eine Übernachtung in Ayutthaya einzuplanen, wenn nicht sogar zwei. Es gibt so viele Tempel, und diese nehmen zum Teil bis zu zwei Stunden Zeit zur eingehenden Begutachtung in Anspruch. Dazu kommen die vielen kleinen Pausen, die man so einlegt, sei es, um einen Happen zu essen, oder um sich kurz von der Hitze auszuruhen. Wer da weiß, dass er zwei oder auch drei volle Tage zur Verfügung stehen hat, kann alles etwas entspannter angehen. Wir persönlich hatten vier Übernachtungen in Ayutthaya und haben es nicht bereut.

Sonnenuntergang Ayuttaya hinter Statuen 

Welche Jahreszeit ist am Besten für meinen Besuch in Ayutthaya?

Um ganz ehrlich zu sein, in Ayutthaya ist es immer heiß und schwül. Die einzige Zeit, in der es ein bisschen kühler sein könnte, ist zwischen November und Januar. Und wenn ich “kühler” sage, bedeutet das immer noch Temperaturen von über 30°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit, also denkt daran, viel Wasser zu trinken und auch mit Sonnencreme die pralle Sonne zu meiden. 

 

Wie komme ich nach Ayutthaya?

Nichts einfacher als das! Ayutthaya ist 85 km von Bangkok entfernt (Richtung Norden) und dies sind Eure Optionen:

Mit dem Zug

Die Züge in Thailand sind, was die Geschwindigkeit betrifft, den Bussen unterlegen, aber das vorüberziehende Panorama durch die geöffneten Schiebefenster betrachten zu können ist es definitiv wert, ein bisschen langsamer zu reisen. 

Von Bangkoks Hualamphong Bahnhof aus fahren täglich mehrmals Züge nach Ayutthaya (Fahrpläne auf englisch unter railway.co.th), mit Preisen zwischen 30-250 Baht, je nachdem, welche Klasse man wählt.

Der Bahnhof in Ayutthaya ist östlich und außerhalb des Stadtzentrums gelegen – um zu diesem zu gelangen, kann man den Fluss mit einem der Fährboote überqueren, was ca. 4 Baht kostet.

Mit dem Bus

Der Bus ist das schnellste Mittel der Wahl. Ungefähr alle 20 Minuten verlässt ein Bus mit dem Ziel Ayutthaya Bangkoks nördlichen Busbahnhof Moh Chit. Die Fahrt dauert je nach Verkehr zwischen anderthalb und zwei Stunden und kostet zwischen 50 und 100 Baht. Auch von anderen Städten aus ist Ayutthaya ein festes Ziel, selbst wenn man online keine Informationen zu Fahrplänen finden mag. Im Zweifelsfall einfach am örtlichen Busbahnhof nachfragen.

Sonst gibt es noch die Minibusse und Touren, die von Bangkok aus operieren. Preise variieren hier.

Mit dem Schiff

Sicherlich die Variante, die am längsten dauert – und möglicherweise auch die schönste. Wer also jede Menge Zeit hat (denn einen Tag sollte man für diese Art der Reise schon einplanen), und auch ein bisschen Kleingeld, den mag so eine kleine Kreuzfahrt interessieren. Hierfür gibt es allerdings keinen festen Fahrplan, also bitte daran denken, im Voraus zu buchen.

 

Weitere Informationen

Wenn Ihr nach weiteren Informationen für Euren Ayutthaya-Trip sucht, kann ich Euch die Internet-Seite von Wikitravel für Ayutthaya empfehlen, die regelmäßig von Reisenden auf den neuesten Stand gebracht wird und demzufolge die aktuellsten Informationen und Preise haben wird.

Außerdem könnt Ihr Euch natürlich immer vor Ort an die thailändische Tourismusbehörde wenden, die Euch bezüglich Eurer Reisepläne und Buchungen beraten kann (auf englisch).

Und wenn Ihr es gerne etwas materieller mögt mit einem Buch in der Hand, dann hat Amazon eine Auswahl an Thailand-Reiseführern für Euch; unter anderem natürlich auch des Reisenden Bibel, in diesem Fall der Lonely Planet Thailand.

Soviel also zu meinen persönlichen Tipps für Euren Besuch in Ayutthaya! Wart Ihr schon da, oder hattet Ihr genauso wenig Ahnung von der Existenz dieser Stadt wie ich vor diesem Post? Ich freue mich über Eure Kommentare!

An dieser Stelle auch noch ein dickes Dankeschön an HostelBookers, die uns unsere Unterkunft in Ayutthaya zur Verfügung gestellt haben:).

Dieser Post wurde von Laurence auf Findingtheuniverse.com veröffentlicht und von Vera übersetzt.

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