Wie es sich gut im Flugzeug schlafen lässt

Cockpit-Suite im Jumbo-Hostel in Stockholm, Schweden

Immer wieder höre ich von dem Problem, dass es sich im Flieger nicht gut schlafen lässt. Aber ich sag’ Euch mal was: eigentlich ist das ganz leicht. Man muss nur das richtige Flugzeug erwischen. Wollt Ihr wissen, was ein Flugzeug ausmacht, in dem man  so richtig gut schlafen kann? Dann lest weiter!

  1. Ihr braucht ein Flugzeug ohne Motoren. Anderenfalls wäre es ja viel zu laut!
  2. Die anderen Passagiere stören oft beim Nickerchen; das muss einfach mal gesagt werden. Ein Flugzeug, das innen mit Wänden ausgestattet ist, die einem etwas mehr Ungestörtheit bieten, ist für unsere Zwecke also optimal. Nennen wir das mal “Ein Flugzeug mit Zimmern”.
  3. Das Flugzeug sollte außerdem Betten haben. Fluggesellschaften werben gerne mit mehr Beinfreiheit, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es sich im Sitzen nie so gut schlafen lässt wie im Liegen.
  4. Schön wäre außerdem eine Flugzeug-Bar, wo man den Abend mit dem ein oder anderen Drink nett ausklingen lassen und sich entspannen kann – irgendwie finde ich das Plastikglas mit Wein vor der Kulisse der Rückenlehne meines Vordermanns diesbezüglich nicht wirklich prickelnd.

Restaurant im Bug des Jumbo-Hostels in Stockholm, Schweden

Die gute Nachricht ist: ich habe ein Flugzeug gefunden, das diese vier Voraussetzungen erfüllt. Der klitzekleine Nachteil: man wacht zwar erfrischter, aber gleichzeitig auch am selben Ort auf, an dem man eingeschlafen ist. Wenn Euch das nicht allzu widersinnig erscheint, dann erzähle ich Euch jetzt, wo dieses magische Flugzeug zu finden ist.

Für diejenigen, die ein bisschen enttäuscht sind, weil sie ein Flugzeug mit Fliegen gleichsetzen, und Schlaf-Tipps für die reguläre Luftfahrt suchen, gibt es diese nette Seite im Internet.

Wo dieses außergewöhnliche Flugzeug zu finden ist

Dazu müsst Ihr Euch aufmachen nach Schweden; genauer: Stockholm. Doch nicht hier steht unser Maschinchen, sondern 40 km von der Stadt entfernt – beim Arlanda Flughafen. Solltet Ihr per Flieger anreisen, seid Ihr also sofort am richtigen Ort.

Jetzt müsst Ihr Euch nur noch in den Flughafenbus setzen und kurze Zeit später an der Haltestelle, an der Ihr eine gigantische Boeing 747 stehen seht, aussteigen.

Willkommen beim “Jumbo Stay”, dem weltbesten Flugzeug, wenn es darum geht, eine gute Mütze Schlaf zu tanken, ohne dafür direkt ein kleines Vermögen für ein Erste-Klasse-Ticket hinzublättern!

Das "Jumbo Stay"-Hostel in Stockholm, Schweden

Wenn Ihr Euch jetzt fragt, wer auf die Idee kommt und einen Flieger als Jugendherberge in die Landschaft parkt: das war Oscar Diös. Und zwar wollte Oscar eine Jugendherberge aufmachen, konnte aber kein Gebäude finden, das seinen Ansprüchen entsprach. Zur gleichen Zeit ging eine Fluggesellschaft bankrott und musste ihre Flugzeuge verkaufen, unter anderem auch eine riesige Boeing 747. Die meisten Menschen hätten hier vielleicht keinen Zusammenhang gesehen, aber Oscar erkannte des Schicksals Fingerzeig: dies war seine perfekte Jugendherberge!

Also kaufte er das metallene Ungetüm und machte sich an den Ausbau. Ein Jahr später war es soweit: das “Jumbo Stay” öffnete seine Kabinentüren.

Daß das “Jumbo Stay” eine eher ungewöhnliche Jugendherberge ist, ist auch der Grund, warum ich hier gelandet bin. Im Zuge unseres kleinen Europa-Trips haben wir mit HostelBookers zusammengearbeitet, die uns mit unserer jeweiligen Unterkunft ausgeholfen haben. Die wissen, dass wir ein Interesse an ungewöhnlichen Etablissements haben, weil es Spaß macht, über solche zu berichten, und haben damit, uns in einer umfunktionierten Boeing 747 einzuquartieren, natürlich voll ins Schwarze getroffen.

Wir liefen nach unserer Ankunft erst mal den Gang hoch und ‘runter, steckten überall unsere Nase ‘rein, fassten alles an, machten viele Fotos und fragten der  netten Flugbegleiterin, äh, Empfangsdame, ein Loch in den Bauch. Übernachtet haben wir selbstverständlich auch. Und, wie war’s?

Verschiedene Zimmer im "Jumbo Stay" in Stockholm, Schweden

Der Aufenthalt im “Jumbo Stay”

Ganz klar ist es etwas Besonderes, in einer ausgebauten Boeing 747 zu übernachten. Flugzeuge von diesem Typ sind riesige Maschinen, um die 80 Meter lang und sehr geräumig. Die Zimmer befinden sich hauptsächlich im Rumpf und gehen ab von einem zentral liegenden Gang.

Es gibt verschiedene Räumlichkeiten im Angebot: vom Zimmer mit einem einfachen Etagenbett bis hin zur stilecht ausgestatteten Cockpit-Suite, die sich, wie der Name schon sagt, im tatsächlichen Cockpit befindet.

Die Mehrheit der Zimmer bieten passenderweise Stauraum in Form von Gepäckfächern; die zugehörigen Gemeinschaftsbäder befinden sich am Ende des Flurs. Die bereits erwähnte Cockpit-Suite hat ihr eigenes Badezimmer, genau wie die Blackbox-Suite, die sich am Heck des Fliegers befindet.

Kostenloses Wi-Fi steht in allen Räumlichkeiten zur Verfügung, die übrigens auch eine Bar und einen Essbereich beinhalten. Hier kann man kleine Imbisse erwerben, so wie morgens das Frühstück einnehmen. Frühstückszeit ist im “Jumbo Stay” ab drei Uhr nachts bis zehn Uhr am Vormittag – da kriegt auch der ganz frühe Vogel seinen Wurm!

Es fällt angenehm auf, wie sauber und gepflegt und makellos alles ist – was sicher mit daran liegt, dass die Gäste gebeten werden, ihre Schuhe im Vorraum zu lassen.

Auch außerhalb des Fliegers kann man sich tummeln – so nah kommt man einer Boeing 747 bestimmt nicht wieder! Es gibt eine Schaukel, deren Sitz aus einem echten Flugzeugreifen besteht; auf einem der Flügel kann man im Freien sitzen, und in einem zusätzlichen aktuellen Projekt werden die vier Motoren zu weiteren Zimmern ausgebaut. 

Stickstoff-Anweisungen, "Jumbo Stay", Stockholm, Schweden

Wäre es was für Euch?

Würde ich Euch das “Jumbo Stay” empfehlen? Das kommt ganz darauf an, was Ihr vorhabt.

Wer kommt, um Stockholm zu erkunden, muss bedenken, dass unser Zauberflieger 40 km nördlich vom Stadtzentrum entfernt liegt. Zwar gibt es mehrere Möglichkeiten, dorthin zu gelangen, zum Beispiel per Bus oder mit dem Hochgeschwindigkeitszug namens Arlanda Express, doch gehen damit natürlich auch Kosten einher (und der Arlanda Express ist Europas teuerster Zug!). Und selbst wenn man den Flughafenbus vor der Haustür und dann den Arlanda Express nimmt (die schnellste Variante), muss man immer noch mit einer Gesamtfahrzeit von nicht weniger als 40 Minuten rechnen.

Das “Jumbo Stay” ist also nicht die zentral gelegene Unterkunft, von der aus man gut Stockholm erkunden kann, aber das ist auch gar nicht seine Intention.

Es ist die perfekte Zwischenstation auf dem Weg zum oder vom Stockholmer Flughafen. Die Übernachtung ist preiswert, und der Flughafenbus bringt einen innerhalb von fünf Minuten zu den Flughafenterminals. Die Rezeption ist rund um die Uhr geöffnet, und die Möglichkeit, ab drei Uhr morgens frühstücken zu können, zeigt, dass man gut eingestellt ist auf Flugzeugreisende.

Das “Jumbo Stay” läuft zwar als Jugendherberge, fühlt sich aber nicht so an. Die meisten Gäste kommen recht spät an, bleiben für eine Nacht und reisen weiter. Da bleibt nicht unbedingt die Zeit, andere Leute kennenzulernen. In dieser Hinsicht ist das “Jumbo Stay” eher einem Flughafenhotel gleich zu setzen – einem ziemlich außergewöhnlichen Flughafenhotel!

Ich fand es toll, in einem Flugzeug zu übernachten, und überall herumwandern und mir alles genau angucken zu können – ob innen oder außen. Ich denke, diese Gelegenheit kriegt man andernfalls höchstens in einem Museum. Das macht das “Jumbo Stay” auch attraktiv für Kinder – und natürlich für Flugzeugbegeisterte. Für die gibt es mehrere Ordner mit Informationen, in die sie sich versenken können, und Bilder im Flur dokumentieren den Umbau der Maschine.

Wenn Ihr also auf dem Arlanda Flughafen zwischenlandet, oder eine Nacht über habt, während Ihr Stockholm besucht, dann kann ich Euch das “Jumbo Stay” nur empfehlen. Einfach weil es so etwas Besonderes ist, und auch ansonsten alles hat, was eine gute Unterkunft ausmacht. Solange Ihr nicht erwartet, am nächsten Morgen an einem anderen Ort aufzuwachen…

Flugzeugbauch, "Jumbo Stay", Stockholm, Schweden

Wie aus dem Blog-Post ersichtlich ist, sind HostelBookers und das Jumbo Stay für unseren Aufenthalt aufgekommen, im Austausch dafür, dass wir schreiben, wie wir’s fanden. Nachdem wir nun unsere Meinung mit Euch geteilt haben, laden wir Euch ein, das Gleiche zu tun: wäre das Jumbo Stay was für Euch? Wart Ihr vielleicht sogar schon da? Oder habt Ihr schon mal in einer ähnlich verrückten Unterkunft übernachtet? Wir freuen uns auf Euren Kommentar!

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