Oslo entdecken, Teil I: draußen

Freilichtmuseum Oslo

Als wir in Oslo ankamen, versprach uns die Wettervorhersage einen bewölkten und einen sonnigen Tag für unseren Aufenthalt. Also erstellten wir einen Plan, in dem wir all die Sehenswürdigkeiten, die wir uns anschauen wollten, dementsprechend verteilten: Besichtigungen, die draußen und im Freien stattfanden, wurden dem schönen Tag zugeteilt, und alles, was wetterunabhängig und drinnen begutachtet werden konnte, dem ‘usseligen’ Tag.

Wer schöne Fotos machen will, muss mitdenken, wa? Genau.

Dieses Konzept nutzen wir nun auch bei der Zusammenfassung unseres Oslo-Besuchs: wir schreiben also zwei Blog-Posts; einmal für drinnen, einmal für draußen. Irgendeine Form der Aufteilung ist sowieso von Nöten bei der Menge an Attraktionen, unter denen man in Oslo die Wahl hat. Also verlieren wir keine weitere Zeit und legen los mit unseren Empfehlungen für Euch! Sonnenschein angeknipst und auf geht’s:

Oslos Sehenswürdigkeiten

Der Holmenkollen

Ski-Fahren ist Volkssport in Norwegen, und die Metro auf dem Weg zu der ersten Design-Sprungschanze der Welt teilten wir uns mit nicht wenigen Anhängern dieses Sports. In Oslo ist es ein Leichtes, von der Stadt aus innerhalb von einer halben Stunde zu einer Piste zu gelangen. Doch uns lockte nicht der Schnee, sondern die Aussichtsplattform oben auf der Schanze. Von hier aus hat man einen tollen Panoramablick über Oslo, den Oslo-Fjord und die umliegenden Wälder! Ganz abgesehen von dem Erlebnis, mal dort zu stehen, von wo aus sich die Ski-Profis ins Tal wagen (weiche Knie inklusive…).

Aussicht vom Holmenkollen, Oslo

Für den kompletten Eindruck besuchten wir auch den Skisimulator, der uns den Sprung von der Holmenkollenschanze quasi miterleben ließ (Knie noch ein bisschen weicher).

Außerdem erkundeten wir das Ski-Museum, in dem die Geschichte des Skilaufs spannend und interessant dargestellt wird. Ganz klar auch sehenswert für Nicht-Skifahrer!

Anfahrt
Von der Innenstadt aus die Metrolinie 1 bis “Holmenkollen” nehmen. Anschließend läuft man noch mal 10 bis 15 Minuten bergauf bis zur Schanze.

Eintrittspreis
Holmenkollenschanze und Ski-Museum: 110 NOK
Holmenkollen Ski-Simulator: 60 NOK

Vigeland-Park

In diesem Park stehen 212 Figuren aus Bronze, Granit und Schmiedeeisen, die den Lebenszyklus des Menschen darstellen. Der Künstler hinter diesem monumentalen Werk, Gustav Vigeland (1869-1943), gilt als bedeutendster Bildhauer Norwegens und entwarf 1902 auch die Friedensnobelpreismedaille.

Vigeland Park Statuen Oslo

Dies ist zu Recht eine der populärsten Attraktionen Oslos. Neben dem Park gibt es das zugehörige Vigeland-Museum, in dem sich nicht nur eine fast vollständige Sammlung der Werke des großen Meisters befindet, sondern auch viele Dokumente zur Entstehung des Skulpturenparks.

Anfahrt
Bus Linie 20/ Straßenbahn Linie 12 bis “Vigelandsparken”, oder U-Bahn bis “Majorstua”

Eintrittspreis
Vigeland-Park: Eintritt frei
Vigeland-Museum: 60 NOK

Norwegisches Freilichtmuseum

Von der Kirche aus dem 12. Jahrhundert über Gebäude aus dem Mittelalter und die Tankstelle von 1928 bis hin zu der Mietswohnung aus der Gegenwart – über 150 Gebäude bezeugen, dass man dem Anspruch von Hans Aall, auf dessen Initiative das Freilichtmuseum gegründet wurde, gerecht werden will und “alles, was das norwegische Volkskulturleben beleuchtet” zu bewahren und zu vermitteln sucht.

Das vielfältige Angebot bietet die Möglichkeit, sich seinen ganz eigenen Besuch zu kreieren, je nach Zeit und Interesse. Das Freilichtmuseum besteht aus zwei Teilen: “auf dem Land” und “in der Stadt”. Man kann hier durchaus den ganzen Tag verbringen, zudem es auch noch jede Menge Ausstellungen gibt; kann jedoch auch innerhalb von einer Stunde zumindest einen guten Eindruck gewinnen.

Aber wer weiß, ob man nicht doch auf einen Tee ins Zelt der Sami geht und dort ‘hängen bleibt’. Oder mit einem Bauern aus dem 17. Jahrhundert ins Gespräch kommt? Also vielleicht ein bisschen mehr Zeit mitbringen…

Sami-Mädchen im Freilichtmuseum Oslo

Anfahrt
Mit dem Bus Linie 30 zur Station “Folkemuseet” oder (aber nur im Sommer) per Boot: Nummer 91 nach Dronningen

Eintrittspreis:
Norwegisches Freilichtmuseum: 110 NOK

Festung und Schloss Akershus

Wegen ihrer erhöhten Lage ist die Festung ein sehr beliebter Ort, um sich den Sonnenuntergang anzugucken oder Bilder von Oslos Hafen zu knipsen. Dies hatte König Hakon v. Magnusson möglicherweise nicht im Sinn, als er sie im Jahre 1299 erbauen ließ, aber ihren ursprünglichen Zweck hat sie durch die Jahrhunderte hinweg weitestgehend erfüllt. Sie hielt den Belagerungen der Schweden stand, sah Ständeversammlungen, diente als Gefängnis – zuletzt unter dem Regime der Nationalsozialisten während des zweiten Weltkriegs. Nach einer umfassenden Renovierung ist sie nun Sitz des norwegischen Verteidigungsministeriums, während das Schloss für Staatsfeste genutzt wird.

Sonnenuntergang von der Akerhus Festung aus, Oslo

Man kann gut umherwandern und sich umgucken (täglich um 13 Uhr 30 findet hier die Wachablösung der königlichen Garde statt!), und hat zudem die Möglichkeit, im Besucherzentrum mehr über die Geschichte zu erfahren. Für das Schloss werden Führungen angeboten, und die Festung beinhaltet auch zwei Museen: das norwegische Militärmuseum und das norwegische Widerstandsmuseum. Letzteres dokumentiert die fünfjährige deutsche Besatzung während des zweiten Weltkriegs. 

Anfahrt
Mit der U-Bahn nach “Stortinget”; mit der Straßenbahn Linie 12 zu “Christiana Torv”

Eintrittspreis
Festung: Eintritt frei
Schloss: 70 NOK
Besucherzentrum: Eintritt frei
Norwegisches Militärmuseum: Eintritt frei
Norwegisches Widerstandsmuseum: 50 NOK

Das königliche Schloss und mehr

Ihr habt gesehen, dass ich neben dem Eintrittspreis auch immer die Anfahrt angebe, aber wer gerne ein bisschen läuft, der kann in Oslo gut zu Fuß gehen. Ausnahmen sind auf dieser Liste nur der Holmenkollen und das Freilichtmuseum – da braucht man die Metro, beziehungsweise den Bus. Nachdem ich Euch dies mitgeteilt habe, nenne ich Euch nun noch ein paar Gebäude, die Ihr im Stadtzentrum gut nacheinander ‘abwandern’ könnt.

Das königliche Schloss, Oslo

Das königliche Schloss: na gut, weniger ‘Gebäude’ als eher ‘Palast’… Auch hier gibt es eine tägliche Wachablösung von der königlichen Garde um 13:30 Uhr, und wer will, kann an einer einstündigen Führung teilnehmen (95 NOK).
Das Rathaus: von 1950 und somit ja fast neu. Die Fassade ist dekoriert mit Motiven aus der norwegischen Kultur und es gibt einen Glockenturm. Hier wird außerdem jährlich der Friedensnobelpreis verliehen.
Die Osloer Domkirche: aus dem Jahre 1697. Die schönen Arkaden um die Kirche herum wurden zwischen 1841 bis 1858 hinzugefügt.
Das Parlament: Sitz des norwegischen Parlaments (ja, wer hätte es gedacht!). Ist aber ein sehr schöner Bau (von 1866), und davor liegt außerdem der “Eidsvolls plass”, ein kleiner Park. Nicht weit entfernt ist auch das Nationaltheater, ebenfalls ein sehr fotogenes Gebäude, sowie die Universität, das Historische Museum und die Nationalgalerie.

Modern: Opernhaus und Tjuvholmen

Das blendend weiße Opernhaus am Hafen wurde 2008 eröffnet und ist einem treibenden Eisberg nachempfunden. Es ist erbaut aus Glas und Marmor und so konzipiert, dass es, wie sein gefrorenes Vorbild, größtenteils von Wasser umgeben ist; selbst unterhalb des Meeresspiegels. Wer weder mit Architektur noch mit Opernmusik viel anzufangen weiß, kommt für die tolle Aussicht – dieser Oper kann man nämlich auf’s Dach steigen!

Das Operndach ist in der Tat sehr populär, besonders bei Sonnenuntergang. Von hier aus sieht man noch ein anderes faszinierendes Kunstwerk aus Glas und Stahl mitten im Hafenbecken: die Skulptur “Hun ligger” (“Sie liegt”), ebenfalls ‘eisig’ inspiriert, und zwar durch das Gemälde “Das Eismeer” von Caspar David Friedrich.

Sonnenuntergang von Oslos Oper aus gesehen

Das Hafenviertel Tjuvholmen beherbergt das Astrup Fearnley Museum für Gegenwartskunst, ein weiterer beeindruckender Bau. Ein Skulpturenpark, jede Menge Freilichtkunst und architektonische Höhepunkte laden zum Umherwandern ein, und an der Hafenpromenade finden sich Restaurants, Läden und Galerien.

Anfahrt
Oper: mit Bus/Bahn zu den Haltestellen “Oslo S” oder “Jernbanetorget”
Tjuvholmen: mit der U-Bahn zur Station “Nationaltheatret”; mit der Straßenbahn Linie 12 zu “Aker Brygge”; mit verschiedenen Buslinien zu den Stationen “Bryggetorvet” oder “Vika Atrium”

Eintrittspreis
Astrup Fearnley Museum: 100 NOK

Letzte Tipps und Dankeschön

Immer eine gute Idee: die Touristeninformation aufsuchen (zwischen dem Nationaltheater und dem Stadthaus). Hier kriegt man einen Stadtplan, kann sich mit verschiedenen Broschüren eindecken und sich beraten lassen.

Durch unsere Zusammenarbeit mit VisitOslo (die auch online eine exzellente Informationsquelle sind) erhielten wir den Oslo-Pass, den wir sehr weiterempfehlen können. Die 24-Stunden-Variante kostet 270 NOK, und wer zum Beispiel den Holmenkollen und zwei Museen besucht, und dabei die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, hat die Investition schon wett gemacht. Die Sehenswürdigkeiten auf meiner Liste sind alle im Oslo-Pass enthalten; bis auf die Führung im königlichen Schloss und den Holmenkollen Ski Simulator (20% Ermäßigung mit dem Oslo-Pass).

Wir möchten uns außerdem bei Hostelbookers bedanken, die uns in “Cochs Pensjonat” einquartiert haben und uns damit eine wundervoll warme und zentral gelegene Unterkunft mit einer angenehmen Atmosphäre beschert haben!

Cochs Pensjonat, Oslo

Und das war Teil I unserer Oslo-Tour! Ich habe das Gefühl, dass dieser Blog-Post sehr viel länger geworden wäre, wenn wir Oslo im Sommer besucht hätten… Wäre Norwegens Hauptstadt auch was für Euch, oder wart Ihr vielleicht schon da und habt meiner Liste etwas hinzuzufügen? Wir freuen uns über jeden Kommentar!

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